In der heutigen Population von Haushunden stehen sowohl Rassehunde als auch Mischlinge unter dem Einfluss gezielter Zuchtentscheidungen. Bei großen Hunderassen richtet sich die Selektion häufig nach Körpergewicht, Knochenstärke und Kraft, was zu einem Missverhältnis zwischen Skelettbelastung und Belastbarkeit der Weichteilstrukturen führt. Dies begünstigt die Entwicklung orthopädischer Erkrankungen wie Hüft- und Ellbogendysplasie oder Kreuzbandrupturen.
Bei kleinen und kurzschnäuzigen Zwergrassen hingegen wird aus ästhetischen Gründen oft eine extrem kompakte Körperform gezüchtet. Das kann strukturelle Probleme wie Patellaluxationen, Bandscheibenprobleme oder das Brachyzephale Syndrom zur Folge haben. Insgesamt verstärken solche Zuchtkriterien genetische und strukturelle Schwachstellen, die unter natürlichen Selektionsbedingungen kaum bestehen würden.